DIE MUSIK

In Zeiten von Download-Stores, Streaming Services und Single Wahnsinn kann einem die Idee eines Konzeptalbums veraltet vorkommen. Doch wie sehr sich die Musiklandschaft auch verändert hat – das Album ist immer noch das Referenzmedium einer jeden Band. „Das Casino am Ende der Welt“ wurde als Filmsoundtrack konzipiert. Eigenständige Songs, die aber eine zusammenhängende Geschichte erzählen und Laut Kinskis Verbindung zum Film deutlich machen. Die optische Gestaltung im Filmplakat-Look führt dieses Konzept weiter und soll die Vorstellung wecken, dem Album läge tatsächlich ein Spielfilm zugrunde.

Der Prozess der Produktion zog sich über mehr als ein Jahr inklusive eines Proberaumwechsels. Am Anfang stand der lange gehegte Wunsch einer eigenen LP und schnell wurde entschieden sich nicht auf einen teuren Studioaufenthalt unter Zeitdruck zu verlassen, sondern von Null anzufangen und den ganzen Aufnahmeprozess mit eigenem Equipment selbst zu verwirklichen. Der Band war bewusst, dass es schwer werden würde mit dem DIY-Ansatz Studioqualität zu erreichen, aber die freiere und selbstbestimmtere Art zu arbeiten machte sich schnell durch eine Fülle an neuen Liedern bezahlt.

Um den kostensparenden Ansatz fortzuführen und sich der aktuellen Entwicklung des Musikmarktes anzupassen wurde auf eine teure Pressung verzichtet. Diese Ersparnisse sollen sich letztendlich im Preis niederschlagen. Das Album wird nur als Download veröffentlicht und dem geneigten Käufer damit die Möglichkeit gelassen, zwischen den Songs alleine und dem gesamten Album inklusive storytragender Snippets und Interludes zu wählen. Da man aber nicht auf eine physikalische Komponente verzichten wollte – das Gefühl etwas Schönes in der Hand zu halten kann kaum durch mp3-Downloads ersetzt werden – entschied man sich Downloadgutscheine als im Albumdesign gehaltene Papercraftobjekte zu produzieren, die zusammengebaut ein zentrales Element der Geschichte darstellen.

In Musik und Geschichte spiegeln sich die vielseitigen Vorlieben der Band wieder. Eine Mischung aus James Bond Filmen, 70er und 80er Jahre Trashkino, Roadmovies und apokalyptischen Verschwörungstheorien trifft auf modernen Hip Hop, klassischen Ska und Reggae und Einflüsse von Jazz und Blues bis Electro, Dancehall und Dubstep.

Ein gewagtes Konzept, von dem man nur hoffen kann, dass es bei den Hörern genauso viel Leidenschaft entfacht, wie die Band in seine Verwirklichung gesteckt hat.